Naturschutzgebiet Hundsheimer Berge

Ein beliebtes Ausflugs- und Studiengebiet

Naturfreunden sind die Hundsheimer Berge als ein an seltenen Pflanzen- und Tierarten reiches, landschaftlich reizvolles Hügelland schon lange ein Begriff.

Seit über 100 Jahren besuchen Botaniker vor allem den Hundsheimer Berg (480m), um hier vegetationskundliche Studien zu betreiben.

In den fünfziger Jahren begannen die Arbeiten zur Erfassung der mehr als 1000 Schmetterlingsarten. Höhlenforscher und Paläontologen interessieren sich für die vom Aussterben bedrohten Fledermausarten und die Fossilfunde aus dem Eiszeitalter.

Wegen der langen botanischen Forschungstätigkeit ist die Pflanzenwelt der Hundsheimer Berge weitaus besser untersucht als die Tierwelt. Nur die Schmettleringsfauna ist genauer bearbeitet.

Die wissenschaftliche Bedeutung der Hundsheimer Berge wird verständlich, wenn man bedenkt, dass auch heute noch entweder für Österreich neue oder für die Wissenschaft gänzlich neue Pflanzenarten (hauptsächlich Pilze und flechten) sowie Tierarten (Insekten) hier entdeckt werden.

Der Hundsheimer Berg wurde im Oktober 1965 zum Naturschutzgebiet erklärt. Die Besitzer des 166 Hektar großen Areals sind je zur Hälfte der World Wildlife Fond (WWF) und die Gemeinde Hundsheim.
Weitere Naturschutzgebiete innerhalb des Hundsheimer Hügellandes befinden sich auf dem Braunsberg (43 Hektar) und dem Spitzerberg (226 Hektar, seit September 1981)

1989 nahm der Europarat das Naturschutzgebiet Hundsheimer Berg in das Netzwerk biogenetischer Reservate auf, um den besonderen Wert und die Schutzwürdigkeit des Gebietes zum Ausdruck zu bringen.

Seit 1978 führt das Zoologische Institut der Universität Wien auf dem Hundsheimer Berg und Spitzerberg wissenschaftliche Untersuchungen durch, die sich hauptsächlich mit der systematischen Erfassung der Kleintierfauna und der Analyse von Nahrungsketten in den Trockenrasen-Ökosystemen befassen.

Große Flächenanteile der Trockenrasen sind alte, meist vom Menschen durch Rodung, Mahd und Beweidung geschaffene Landschaften, ohne deren Existenz sich die natürliche Artenvielfalt nicht erhalten könnte.

Als nach dem Auflassen der alten Weideflächen nach 1960 die bunten Wiesen „zuzuwachsen“ drohten, wurden Pflegemaßnahmen immer dringender notwendig.

Im Zuge der wissenschaftlichen Arbeiten erstellte man einen Plan für das erforderliche Naturschutzmanagement, der mit Unterstützung der Naturschutzabteilung der NÖ Landesregierung, des WWF, der Universität Wien und der Gemeinde Hundsheim durchgeführt wird.

Seit den 80er Jahren steht eine Schafherde, im Dienste des Naturschutzes und der Biotoppflege. Die Tiere weiden auf den ehemaligen Hutweiden, setzen eine uralte Tradition der Landschaftsgestaltung fort und sichern so den Fortbestand eines einzigartigen Lebensraumes.

Dieses mit Erfolg durchgeführte Naturschutzmanagementprojekt ist das erste wissenschaftlich betreute Projekt dieser Art in Österreich.

Der Hundsheimer Berg ist also nicht nur ein beliebtes Ausflugs- und Studiengebiet, sondern auch Vorbild für eine gelungene Zusammenarbeit von Wissenschaft, Politik und nicht zuletzt der Einwohner Hundsheims.

Ein Lehrpfad soll seinen Besuchern sowohl häufige, charakteristische und gefährdete Arten der Trockenlandschaft zeigen als auch einen Einblick in die Entwicklung und Ökologie der verschiedenen Vegetationsgesellschaften gewähren.

Somit ist ein wichtiger Beitrag zur Vertiefung des Umweltbewusstseins geleistet.